Schulmarketing – Werbung an Schulen

Werbung an Schulen ist über die Schulgesetze der Bundesländer verboten – oft gibt es auch entsprechende Erlasse. Doch dass Schule und vor allem die in ihnen lernenden Schüler ein lukrativer Markt sind, hat sich rumgesprochen. Auch, dass es deutlich günstiger ist, gegenüber jungen Menschen zu werben als gegenüber Erwachsenen mit meist ausgeprägteren Werten, Erfahrungen und vorhandenen Markenbindungen. Um den Faktor 3-4 soll hier der Kostenunterschied zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen liegen.

Inzwischen gibt es mehrere Agenturen, die sich auf Werbung in Schulen (trotz Verbots) spezialisiert haben. Unter dem Begriff „Schulmarketing“ (z.B. Aufhängen von Werbeplakaten im Schulgebäude) oder „Bildungskommunikation“ (z.B. Erstellen von werbedurchsetzte Unterrichtsmaterialien) firmieren hierbei die Angebote. Und dabei halten die Werber gar nicht hinter dem Berg, worum es geht und wie man dabei vorgeht. Dies zeigen die folgenden Videos:

  • von der Agentur „Capito“ (besonders konkret ab Minute 2:55)

  • von der Agentur „Junges Herz“

Die Offenheit, mit der man den werbenden Kunden offeriert, die bestehenden, gesetzlichen Regelungen zu Werbung und Sponsoring an Schulen umgehen zu können, verdeutlicht, wie schwammig diese formuliert sind. Es ist offenbar ein Leichtes, diese so zu „interpretieren“, dass der „Markt“ Schule problemlos bedient werden kann. Wenn dann die zuständigen Ministerien die Verantwortung an den einzelnen Lehrer abgeben, derartige Offensiven zu prüfen, macht man es diesen zusätzlich einfach. Als Lehrer eine professionelle Kampagne zu „enttarnen“, die in bester Kenntnis der jeweiligen Rechtslage aufgebaut ist, dürfte im Alltag kaum leistbar sein – zumal das Erkennen durch den Einzelnen ja nur der erste Schritt ist, auf den dann bis zur Entfernung der Materialien noch so einige folgen dürften (z.B. Gespräch mit KollegInnen und Schulleitung, evtl. Konferenzbeschlüsse, Meldung ans Schulamt usw.).

Die aktuelle Zunahme an entsprechenden Agenturen und deren Kampagnen/Materialien zeigt, wie erfolgreich das Geschäft mit den Schülern offensichtlich ist.

 

Lobbyismus in Schule – Was ist das eigentlich?

Das Thema „Lobbyismus in Schule“ ist von seiner Begrifflichkeit übertragen aus dem politischen Lobbyismus. Im Bildungskontext steht er neben der Werbung, welche in Schulen verboten ist, und dem Schulsponsoring. Die Trennung ist nicht immer scharf vorzunehmen, da Absichten und Methoden nicht selten kombiniert werden und damit versucht wird, Schlupflöcher in den oft sehr schwammigen Formulierungen der Gesetze, Erlasse und Verordnungen zu finden. Das folgende ProBono TV-Sendung verdeutlicht recht deutlich, worum es geht:

Bildungsradar auf Sendung

Eine neue Webseite. Ein neuer Blog.

Wer mich von der Lernwolke kennt, sollte diese nicht aus seinem Feed-Reader löschen. Aber den Bildungsradar gerne hinzufügen. In unregelmäßigen Abständen versuche ich, Bildungsthemen aufzugreifen. Schwerpunkt ist dabei das, was ich und auch Andere unter dem Oberbegriff „Ökonomisierung der Bildung“ fasse. Dabei handelt es sich mal um eine schlichte Verlinkung, auf dessen Inhalt ich hinweisen oder welche ich mir selber merken möchte. Ab und an soll es aber auch längere Gedanken zum Thema geben.

Es handelt sich dabei um einen privaten Blog. Dieser soll unabhängig, kritisch, offen für Diskussionen, thematisch (von mir) begrenzt, redaktionell und transparent sein. Meinungen und Verbesserungshinweise sind in den Kommentaren zu den einzelnen Beiträgen willkommen.